Tauchspots im Roten Meer: Die schönsten Orte

Blazz Redaktion

Tauchspots im Roten Meer: Die schönsten Orte

Warum das Rote Meer unter Tauchern so eine besondere Stellung hat

Wer einmal im Roten Meer getaucht ist, versteht schnell, warum viele Profis es dem Great Barrier Reef vorziehen. Die Sichtweiten liegen an guten Tagen zwischen 20 und 40 Metern, das Wasser erreicht im Sommer Oberflächentemperaturen von 28 bis 30 Grad Celsius, und selbst im Januar sinkt die Temperatur kaum unter 22 Grad. Dazu kommt eine Artenvielfalt, die jeden Tauchgang zu einer anderen Erfahrung macht: Über 1.000 Fischarten und rund 200 Korallensorten leben hier, viele davon endemisch, also weltweit nur in diesem Gewässer zu finden.

Für Europäer kommt der logistische Vorteil hinzu. Flüge von Frankfurt oder München nach Hurghada oder Sharm el-Sheikh dauern etwa vier bis fünf Stunden, die Zeitverschiebung beträgt nur eine Stunde. Das macht das Rote Meer zu einem Tauchziel, das auch für kürzere Trips mit einer Woche funktioniert.

Sharm el-Sheikh und das Ras-Mohammed-Nationalpark-Gebiet

Ras Mohammed an der Südspitze der Sinai-Halbinsel gilt als einer der spektakulärsten Tauchspots weltweit. Der Nationalpark wurde 1983 gegründet und ist seither kommerziell geschützt. Die beiden bekanntesten Tauchplätze dort sind Shark Reef und Yolanda Reef. An der Außenwand von Shark Reef beginnen Korallentische schon bei fünf Metern Tiefe, die Wand fällt dann bis auf über 70 Meter ab. Hammerhaie sieht man besonders zwischen Oktober und Dezember in größeren Schulen.

Yolanda Reef ist bekannt durch das Wrack der Yolanda, einem zyprischen Frachtschiff, das 1980 gesunken ist. Die Ladung, bestehend aus Badewannen und Toiletten, liegt heute verstreut auf dem Riff und hat einen gewissen Kultstatus unter Tauchern. Die Strömung an dieser Stelle kann kräftig sein, Erfahrung mit Strömungstauchen ist empfehlenswert.

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Hurghada und die Tauchplätze vor der ägyptischen Küste

Hurghada ist der praktischste Ausgangspunkt für Tagesboote in Richtung der vorgelagerten Riffinseln. Besonders Giftun Island, das zur gleichnamigen Schutzzone gehört, bietet flache Riffgärten für Schnorchler und tiefere Außenwände für erfahrene Taucher. Die Insel liegt rund 15 Kilometer vom Hafen entfernt, Boote brauchen je nach Typ 30 bis 45 Minuten.

Etwas weiter südlich, auf dem Weg nach El Quseir, lohnen sich die Spots um Abu Dabbab. Dort gibt es eine der wenigen verlässlichen Stellen, an denen Dugongs, also Seekühe, regelmäßig gesichtet werden. Das Tier ernährt sich von Seegras und ist extrem scheu, ruhiges Verhalten im Wasser ist Pflicht. Die Tauchtiefe bleibt hier meist unter 15 Metern.

Die Brother Islands: Für Fortgeschrittene und Wracktaucher

Big Brother und Little Brother, zwei kleine Inseln mitten im Roten Meer, rund 60 Kilometer von der ägyptischen Küste entfernt, sind nur per Tauchsafari erreichbar. Wer die Mühe auf sich nimmt, findet zwei der besten beste Tauchspots in ganz Ägypten. An Big Brother liegen zwei historische Wracks: die Numidia, gesunken 1901, und die Aida, gesunken 1957. Die Numidia reicht von der Oberfläche bis auf 80 Meter Tiefe, Teile des Wracks sind schon für erfahrene Sporttaucher zugänglich.

Die Außenwände beider Inseln sind bekannt für dichte Haipopulationen, darunter Weißspitzen-Hochseehaie, Grauhaie und Thresher Sharks. Letztere werden typischerweise in den frühen Morgenstunden in Tiefen um 30 bis 40 Meter gesichtet. Die Strömung an den Brothers kann stark und wechselhaft sein, Tauchsafaris zu diesen Spots sind deshalb ab einem Patentkurs auf Rescue-Diver-Niveau empfohlen.

Jordanien und Israel: Aqaba und Eilat

Das nördlichste Ende des Roten Meers, der Golf von Aqaba, bietet auf kleinstem Raum drei verschiedene Nationalitäten und damit drei unterschiedliche Zugänge zum selben Riff. Die Stadt Aqaba in Jordanien hat eine aktive Tauchszene mit günstigen Tarifen. Das künstliche Wrack eines jordanischen Militärschiffs, absichtlich 1999 versenkt, liegt auf 28 Meter Tiefe und ist vollständig mit Korallen überwachsen.

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Auf israelischer Seite bietet Eilat mehrere Tauchzentren direkt am Stadtrand. Die Riffe sind kompakter als in Ägypten, aber gut gepflegt. Besonders Coral Beach Nature Reserve gilt als geeigneter Einstiegsspot für weniger erfahrene Taucher. Die maximale Tiefe liegt innerhalb der Schutzzone bei 15 Metern, was für einen Aow-Kurs oder erste Ägypten-Erfahrungen ideal ist.

Planung: Reisezeit, Ausrüstung, Buchung

Die beste Reisezeit für das Rote Meer hängt vom Spot ab. Für Ras Mohammed und Hurghada gelten Oktober bis Dezember als Hochsaison für große Pelagische wie Hammerhaie und Walhaie. Für die Brothers und anderen Tiefspots ist April bis Juni gut, weil das Wasser noch nicht so warm ist und die Sicht oft besser ausfällt.

  • Neoprenanzug: Im Sommer reicht ein 3-mm-Shorty, im Winter sollte es ein 5-mm-Fullsuit sein
  • Tiefenmesser und Tauchcomputer: Pflicht auf allen Safaribooten, wird oft nicht gestellt
  • Sonnenschutz: Ausschließlich riffverträgliche Varianten, da mineralisch und ohne Oxybenzon
  • Reiseversicherung: Eine Dekompressionskammer befindet sich in Hurghada und Sharm, Kosten können trotzdem fünfstellig werden

Wer Tagesboote bucht, zahlt in Hurghada zwischen 40 und 80 Euro pro Tag inklusive zwei bis drei Tauchgänge und einfachem Mittagessen. Safaris zu den Brothers oder zu den Daedalus-Riffen kosten pro Person und Woche zwischen 700 und 1.200 Euro, abhängig von Schiff und Saison. Frühbuchungen sechs bis acht Monate im Voraus lohnen sich, gute Schiffe sind oft schnell ausgebucht.

Das Rote Meer ist kein Geheimtipp mehr, aber es bleibt eines der verlässlichsten Tauchreviere weltweit. Die Kombination aus stabiler Sicht, langer Saison und hoher Artenvielfalt macht es für Anfänger genauso interessant wie für erfahrene Taucher, die Wracks, Strömungsriffe und pelagische Begegnungen suchen.

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