Warum El Hierro so anders ist
Wer auf Google Maps nach El Hierro sucht, findet einen kleinen Fleck am westlichen Rand Europas. Die Insel ist mit 268 Quadratkilometern die kleinste der sieben großen Kanaren und seit 2000 UNESCO-Biosphärenreservat. Es gibt keinen Massentourismus, keine All-Inclusive-Hotels, keine Kreuzfahrtterminals. Die Infrastruktur ist überschaubar: eine Kleinstadt, Valverde, die gleichzeitig Hauptstadt ist, und ein paar Dörfer, zwischen denen Ziegenherden die Straße überqueren. Wer das sucht, liegt goldrichtig. Wer Ballermann-Feeling erwartet, ist falsch abgebogen.
Die Kehrseite: Die Anreise verlangt etwas Planung. El Hierro ist kein Spontanziel. Das fängt beim Flughafen an und hört bei der Frage nach dem Mietwagen noch nicht auf.
Fliegen nach El Hierro: Direktflüge und Umsteigeverbindungen
Der Flughafen El Hierro (Flughafencode: VDE) liegt im Nordosten der Insel, etwa fünf Kilometer von Valverde entfernt. Die Landebahn ist kurz, die Maschinen klein. Direktflüge aus Deutschland gibt es praktisch nicht. Der klassische Weg führt über Gran Canaria (Las Palmas, LPA) oder Teneriffa Nord (TFN). Binter Canarias und Canaryfly bedienen beide Strecken, die Flugzeit beträgt jeweils rund 40 Minuten.
Wer von Frankfurt, München oder Berlin startet, bucht in der Regel einen Flug nach Las Palmas und schlägt dort eine Nacht an, falls die Anschlusszeiten es erfordern. Ein Direktflug Madrid nach Las Palmas kostet bei früher Buchung zwischen 60 und 120 Euro. Der Inselflug nach El Hierro schlägt mit weiteren 50 bis 100 Euro zu Buche, abhängig von Buchungsvorlauf und Gepäck.
Die Fähre als Alternative: Gemächlich, aber lohnenswert
Naviera Armas und Fred. Olsen betreiben Fährverbindungen von Teneriffa (Los Cristianos) nach La Estaca auf El Hierro. Die Überfahrt dauert je nach Schiff und Wetterbedingungen zwischen zwei und drei Stunden. Wer einen Mietwagen auf dem Festland oder einer anderen Insel übernimmt und ihn mitnehmen möchte, kommt um die Fähre sowieso nicht herum.
Die Fähre hat einen weiteren Vorteil: Man bekommt ein Gefühl dafür, wie weit draußen El Hierro tatsächlich liegt. Bei ruhiger See bietet die Überfahrt atemberaubende Ausblicke auf die Steilküsten. Preislich liegt eine einfache Fahrt für eine Person ohne Fahrzeug zwischen 30 und 55 Euro. Mit Auto kommen schnell 80 bis 120 Euro dazu. Frühbuchen zahlt sich aus, gerade in den Sommermonaten und zu Ostern.
Was man vor der Abfahrt wissen sollte
Wer sich intensiver mit den verschiedenen Optionen auseinandersetzen will, findet auf der Seite zur El Hierro Anreise eine strukturierte Übersicht über Flugverbindungen, Fähranbieter und saisonale Besonderheiten. Das ist besonders dann hilfreich, wenn man mehrere Optionen vergleichen und die Reise kombinieren möchte, etwa mit einem Abstecher nach La Palma.
Ein häufiger Fehler: Nicht alle Buchungsportale zeigen die Inselflüge der lokalen Anbieter korrekt an. Binter Canarias lässt sich am zuverlässigsten direkt über die eigene Website buchen. Das gilt auch für Sitzplatzreservierungen, die auf kleinen Propellermaschinen nicht selbstverständlich sind.
Ankommen in La Estaca oder am Flughafen VDE
Wer per Fähre ankommt, landet im Hafen La Estaca im Nordosten der Insel. Von dort nach Valverde sind es etwa 11 Kilometer. Einen Buslinienverkehr gibt es, allerdings selten und mit lückenhaftem Fahrplan. Die meisten Besucher mieten ein Auto. Das sollte man rechtzeitig reservieren, denn die Flotten der lokalen Vermieter sind begrenzt. Cicar ist der größte Anbieter auf den Kanaren und auch auf El Hierro vertreten. Kleinstwagen beginnen bei etwa 30 Euro pro Tag, ein kompakter SUV für schlechte Schotterpisten kostet 50 bis 70 Euro.
Wer am Flughafen landet, hat es einfacher: Die Mietwagenstationen befinden sich direkt am Terminal. Trotzdem gilt: Ohne Vorabbuchung in der Hochsaison kann es knapp werden.
Nützliche Details auf einen Blick
- Einreise: Kein Visum nötig für EU-Bürger, El Hierro gehört zu Spanien und damit zur EU.
- Währung: Euro, Kartenzahlung ist vielerorts möglich, aber nicht überall.
- Mobilfunk: Empfang im Inselinneren und an den Steilküsten ist oft schlecht, Offline-Karten herunterladen.
- Beste Reisezeit: April bis Juni und September bis November bieten angenehme Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad, wenig Betrieb.
- Übernachtung: Angebot ist begrenzt, frühzeitig buchen; Ferienhäuser oft besser ausgestattet als Hotels.
Die ersten Stunden auf der Insel richtig nutzen
Wer nach langer Anreise in La Estaca vom Schiff geht oder am VDE landet, sollte nicht sofort losrasen. Valverde verdient einen kurzen Halt: Die Kirche Nuestra Señora de la Concepción thront über der Altstadt, das Panorama auf den Atlantik entschädigt für jeden Stress der Anreise. Ein Café, ein Cortado, und schon sieht die Welt anders aus.
Wer im Süden der Insel schläft, fährt von Valverde über die einzige Hauptstraße in rund 30 bis 45 Minuten nach Frontera oder La Restinga. Die Kurven sind eng, das Tempo niedrig, der Ausblick spektakulär. Auf El Hierro wird man nie schnell ankommen. Das ist kein Mangel, das ist das Prinzip.
El Hierro belohnt alle, die sich darauf einlassen: keine Hast, kein Plan B, einfach ankommen. Wer sich die Anreise gut vorbereitet, hat den ersten und wichtigsten Schritt bereits getan.






